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Color Your Faith 2021

oder auch: Ersatzprogramm, die zweite…

Die Wellen unterm Bug und den Sonnenschein an Bord sollte es auf der „Ambiance“ 9 Tage lang in einem Segeltörn über das Ijsselmeer (Niederlande) gehen. Doch von der Idee, in diesen gefährlichen Zeiten in ein Hochrisikogebiet zu fahren, war das Team ziemlich schnell abgetörnt und hat binnen weniger Wochen erfolgreich die komplette Freizeit in den Harz verlegt und entsprechend angepasst.

Trotz diesem unerwarteten Turn haben es die Teamer:innen ohne Zweifel gemeistert, uns Teilnehmenden eine unglaublich spannende, lustige und – allem voran – unvergessliche Zeit zu bieten. Doch genug zur kurzfristigen Umverlegung nach Bad Grund (im Harz), ich habe viel zu berichten.

Ankunft.

Wir wurden von einer dreistöckigen Villa mit 6 Bädern, riesiger Küche und integriertem Kinosaal begrüßt. Dazu eine Dachterrasse on top. Naja, so zumindest die Theorie. Nach einigen Ernüchterungen (Dachterrasse geschlossen, Kino zu klein, keine Seminarräume, …) freundeten wir uns dann aber doch recht schnell mit dem Haus an und verliebten uns sofort in das gigantische 10-Personen-Sofa.

Noch am selben Tag wurde auch schon das Thema der Freizeit verraten: Der Regenbogen. So war jeder Tag einer Farbe des Regenbogens gewidmet und das vorherrschende Thema, die Outfits, das Essen sowie die Farbe des Foto-Wettbewerbs und der täglichen Bastelaktion perfekt darauf abgestimmt.

Heute gab es z.B. Pfannkuchen mit lila Heidelbeerquark

Tag 2: Blau

Nach der morgendlichen Andacht ging es heute über einen Baumwipfelpfad mit anschließender Abfahrt mit der Schwebebahn. Einige sind sogar das Risiko eingegangen und haben im Schwebeflug ihr Handy herausgeholt, um die schöne Aussicht für immer in Erinnerung zu behalten.

Am Abend gab es das Angebot, kleine Figuren aus blauem Epoxid-Harz zu gießen. Entstanden sind Tropfen, ein Fisch, Buchstaben, ein Kreuz und vieles mehr.

Den Tag ließen wir sehr gemütlich (20 Personen auf einem 10-Personen-Sofa) in einer gemeinsamen Abendrunde ausklingen.

Tag 3: Grün

Am Morgen des dritten Tages fühlte es sich so an, als wären wir schon seit mindestens zwei Wochen hier gewesen. Dabei würden wir in den folgenden Tagen noch so viel mehr erleben. Nach einer kurzen Kleeblättchen-Bastelaktion ging es auch schon los zum heutigen Zielort: dem WeltWald. Mit Filz-Kleeblättern in den Haaren erkundeten wir in Kleingruppen die vielen Waldwege und fanden dabei Holzfiguren, eine Hängebrücke und sogar eine begehbare Höhle. Auch für genug Gesprächsstoff war gesorgt, denn wir hatten etwa ein Dutzend Zettelchen mit Fragen zum Oberthema „Was macht mich glücklich?“ bekommen, die wir auf dem Weg beantworten sollten.

Wieder im Haus angekommen, gab es erstmal etwas Vernünftiges zu Essen: Nudeln mit Spinat (oder wahlweise Pesto). Am Abend stimmten wir wie gewohnt für das schönste Bild des Tages ab. Einige von uns verbrachten den restlichen Abend anschließend in einer großen Runde Poker (ohne echtem Geld, keine Sorge).

Tag 4: Gelb

Bei der Bastelaktion nach dem Frühstück sind kleine mit Sand und Glitzer gefüllte Gläschen entstanden.

Heute fuhren wir in die wunderschöne Altstadt Goslars und entdeckten bei einem spannenden Escape-Spiel die alte Stadtgeschichte. Wieder in Kleingruppen hatten wir den gesamten Tag Zeit, mit oder ohne Escape-Spiel durch die Stadt zu bummeln, unseren Heißhunger auf Eis zu stillen oder ggf. den Süßigkeiten-Vorrat für die nächsten Tage wieder aufzufüllen. Obwohl das Spiel insgesamt nicht so gut ankam, hatte eine Gruppe doch nach 6 Stunden (inkl. langen pausen) tatsächlich ohne Lösung und voller Stolz das Ende erreicht.

Etwas Warmes zu Essen gab es heute nicht mehr, denn die letzten waren erst gegen 20:00 Uhr Zuhause. Aber einige hatten in Goslar vorgesorgt und sich nach der Abendrunde Pizzen und Mozzarella-Sticks in den Ofen geschoben, auch lecker.

Tag 5: Orange

Endlich. Füße ausruhen. Nach den drei Wandertagen war der heutige Tag wahrlich ein Segen. Bis in den Nachmittag hinein hatten wir Freizeit. In dieser Zeit spielten wir Mario Party, Tischkicker und Kuhhandel, hörten und machten Musik oder ruhten einfach nur aus. Ein paar machten auch wieder beim Basteln mit und versehrten orangene Warnwesten mit Protest-Stickern und Ansteckern; ideal für die nächste Fridays For Future Demo. Nach der leckersten Gemüse-Curry-Pfanne, die viele von uns je gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Waldbad (ein Badesee von Wald umgeben), um dort den Nachmittag und Abend zu verbringen. Ob bei einer Runde Schwimmen im Wasser oder an Land mit Karten, die Zeit ging schnell vorbei. Eigentlich war nun geplant, ein paar tolle Bilder mit Holi-Farben (gefärbtem Mehl) zu machen, die wir in die Luft schmeißen würden, aber es bot sich am Strand leider keine geeignete Stelle an. Deshalb beschlossen wir, die Aktion auf morgen zu verlegen. Den Abendschluss machten wir mit Decken auf einer erhobenen Wiese, von der man perfekt den orange-roten Sonnenuntergang beobachten konnte. In der Theorie, denn leider blieb uns auch dieses Highlight durch eine fette Wolkendecke verwährt. Trotzdem gut gelaunt sangen wir wie jedes Mal viele Lieder und fanden einen entspannten Abschluss zu einem entspannten Tag

Tag 6: Rot

Eine Erkenntnis breitete sich spürbar aus: Das ist der letzte ganze Tag. Morgen sitzen wir schon wieder in den Bussen richtung Norden.

Aber heute sollte es nochmal richtig spannend werden: Ein Besuch der Tropfsteinhöhle Iberg. Doch zuvor gab es (nach einer grandiosen Andacht von Antje, großes Lob an dieser Stelle) erst einmal das tägliche offene Bastelangebot: Marmeladengläser mit Transparentpapier bekleben. Gestärkt von einer super leckeren Tomatensuppe (und Himbeertraum zum Nachtisch) machten wir uns auf den Weg zur Höhle. Insgesamt 45 Minuten verbrachten wir in dem 8°C kühlem Gestein und entdeckten dabei Zwergenorgeln, einen Zwergenofen, eine Schildkröte und vieles mehr. Alles natürlich aus reinem Kalk. Wieder an der Erdoberfläche, wechselten wir unsere Klamotten für den nächsten Programmpunkt: die Holi-Farben. Am Fuße des Hübichensteins – mit seinem Bronze-Adler als Erkennungsmerkmal – warfen wir die Farben in die Luft und machten viele kunterbunte Regenbogen-Bilder. Besonders lustig waren die Blicke der Passanten auf dem Weg zurück zum Haus.

Dort angekommen blickten wir in einer kreativen Abendrunde zufrieden auf die letzte Woche zurück und kosteten den letzten Abend aus, bevor cyf morgen endgültig vorbei sein würde.

Die verzierten Gläser nutzten wir später als eine Art Postfach, in denen jeder für jeden kleine Zettel mit netten Worten hinterlassen konnte.

Tag 7: Regenbogen

Wieder war dieses bedrückende Gefühl zu spüren. Und dieses Mal war es wirklich bei jedem abgekommen: Das sind jetzt die letzten Stunden, die wir in dieser Gruppe gemeinsam verbringen werden.

Schnell alles aufräumen und putzen, dann mussten wir auch schon aus dem Haus. Draußen ließen wir uns ein bisschen mehr Zeit und „beendeten“ die Freizeit mit einer abschließenden Andacht und großer Feedback-Runde. In Hagen machten wir noch einen letzten gemeinsamen Halt, bei dem wir uns alle voneinander verabschiedeten, bevor wir endgültig in getrennten Wegen die Reise nach Hause angingen.

Danke an jeden einzelnen Menschen, der zu der Freizeit beigetragen hat! Ich (und alle anderen mit Sicherheit auch) hatte eine unglaublich tolle Zeit. Auf, dass es nächstes Jahr endlich nach Schweden gehen kann.

Joran Zurmühl

zu den Bildern:

https://www.freun.de/gallery/cyf-2021-harz/

Michael Hinrichs

Michael Hinrichs

Michael Hinrichs ist Kirchenkreisjugendwart im Kirchenkreis Wesermünde. Zu seinen Arbeitsfeld gehören, neben administrativen Aufgaben, das Betreuen des KKJKs, das Organisieren der Sommerfreizeit "color your faith" und das Konfirmanden-Segelseminar "Die Flotte." Sein Dienstsitz befindet sich in Beverstedt. Kontakt: henner@freun.de

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